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Der Film war eigentlich nie stumm. Fehlte es anfangs noch an den technischen Voraussetzungen, das Bild mit dem Ton zu verbinden, behalf man sich schon bald zu Beginn der Stummfilm-Ära mit eingeblendeten Texten und während der Vorführung live zugespielter musikalischer Begleitung. Mit dem technischen Fortschritt nahmen Bild- und Tonqualität zu. Heute ist der Surroundklang Standard. Das Publikum ist es gewohnt, akustisch nicht nur angesprochen, sondern auch fasziniert zu werden. Diese Entwicklung räumt der Filmmusik und dem Filmton als wesentliches Gestaltungsmerkmal eine dem Bild gleichgestellte Position ein. Nur: Wir hören und registrieren nur das, was unser Gehirn uns zuteilt. Das Bewusstsein für die zusätzlichen Wirkungen des Filmtons ist beim Filmpublikum im Vergleich zur Sensibilität für die Bildästhetik noch entwicklungsfähig.
"Filme ohne Bilder" macht mit den Wirkungen von Musik, ihrer Bedeutung und ihrem Einsatz in Filmproduktionen bekannt. Klang- und Bildillusionen werden gezeigt, Schein und Wirklichkeit von Hörgewohnheiten und Hirnaktivität aufgedeckt und hinterfragt. Ein Kinobesuch mit dem Blick hinter die Kulissen rundet das Seminar ab.
Dozent: Reinhard Frank
Weitere Informationen: http://bit.ly/ndWt8V