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Ihre endgültige, beeindruckend kunstvoll mittelalterliche Ausgestaltung erfuhr die Doppelkapelle im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts.
Bereits in der ersten Bauphase der Burg (um 1090 - 1150) entstand am selben Ort eine eingeschossige Saalkirche. Im Kontext zur machtvollen herrschaftlichen Entwicklung der thüringischen Landgrafenfamilie stand der prachtvolle Ausbau der Neuenburg ab etwa 1170/75. In diesem Zusammenhang erfolgte die Aufstockung zur Doppelkapelle mit Integration in den zeitgleich errichteten Palas. Während der Regierungszeit Landgraf Ludwigs IV. und seiner später heilig gesprochenen Gemahlin Elisabeth wurde die Einwölbung der Oberkapelle zu der heute noch bestehenden zweijochigen und zweischiffigen Variante verändert. Seither prägen die reich verzierte Mittelstütze, die aus vier um einen quadratischen Pfeiler gruppierten Säulen besteht, sowie die "gezackten Gurtbögen" die einzigartige Gestalt dieses Raums.
Die in der Mitte des 19. Jahrhunderts und 1990/92 vorgenommenen denkmalpflegerischen Instandsetzungen lassen die Kapelle bis heute als das kunstvollste bauhistorische Zeugnis innerhalb der 2003 eröffneten Dauerausstellung "Burg und Herrschaft. Die Neuenburg und die Geschichte der Landgafschaft Thüringen im hohen Mittelalter" erstrahlen.
Die Sonderausstellung "Die Sprache der Steine" stellt nun das bedeutendste Bauwerk der Neuenburg einmal anders vor. Die künstlerischen Fotografien von Sigrid Schütze-Rodemann und Gert Schütze zeigen zum Teil völlig neue Blickwinkel und ungewöhnliche Sichtweisen. Die beigefügten Texte verfolgen keineswegs die Absicht, das Bauwerk zu erklären. Mehr oder weniger direkt Bezug auf das Gezeigte nehmend, verstehen sie sich vor allem als eine "assoziative" Einladung in die mittelalterliche Gedankenwelt an einem geschichtsträchtigen und traditionsreichen Ort christlichen Glaubens.
Zitat Ferdinand von Quast, 1825: "Die Doppelkapelle des Schlosses [...] zu Freiburg an der Unstrut zeichnet sich weniger durch Größe als durch künstlerische Vollendung aus. Die Kapitäle des mittleren Säulenbündels der Obercapelle, so wie der entsprechenden Wandsäulen und Gewölbeträger sind, was ästhetische und technische Ausbildung betrifft, das Vollendetste, was wir vielleicht aus der ganzen Ornamentik des Mittelalters besitzen."