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Der Wald

Wann?
Freitag, 25.06.2021
Wo genau?
LICHTHOF Theater, Mendelssohnstraße 15, Hamburg (Bezirk Altona)
Kategorie:
Sonstige

Langbeschreibung

Die Komponistin Ethel Smyth widmete sich schon vor über 100 Jahren in ihrer romantischen Oper "Der Wald" (UA Berlin 1902) mit ganz eigenen Motiven dem Phänomen ,German Angst'. Woher kommt sie; diese Angst vor dem Fremden, dem Unbekannten, dem Unkontrollierbaren?Für die Neuinszenierung als Film hat die Musiktheater-Regisseurin Kerstin Steeb mit einem Komponisten und Percussionisten, vier Sänger*innen, sechs klassischen Instrumentalistinnen, einem Kameramann und Filmemacher, einer Illustratorin und einem Videokünstler ein interdisziplinäres Künstler*innenteam um sich versammelt, um Geschichte und Gegenwart, Realität und Kunst miteinander zu konfrontieren. Der Plot der Oper wird mit Originalzitaten aus drei privaten Chatgruppen* verwoben. Dieses dokumentarische Material wird den Sänger*innen in den Mund gelegt. Romantischer Gesang trifft auf Dubstep. Filmischer Realismus trifft auf Videospielästhetik und politische Collage. Ganz nebenbei schafft Kerstin Steeb eine einzigartige Form für zeitgenössische feministisch-politische Inhalte innerhalb einer nach wie vor von Männern dominierten Opernszene.In der Story des Waldes wird die Dorfgemeinschaft zum absoluten Ideal, alles Fremde wird zum Feindbild. Die Figuren der Oper ziehen sich in ihre eigenen vier Wände zurück und werden von der Angst infiziert. Sie entwickeln sich zu Preppern, die sich in Deutschtümelei und Abschottung ihren dystopischen Verschwörungserzählungen hingeben. Durch die Verbindung von Musiktheater mit Videospiel- und Filmästhetik seziert "Der Wald" die Keimzelle der ,German Angst' mitten unter uns, im Heute, in der bürgerlichen Mitte, dort, wo sie nicht vermutet wird.Vielleicht ist ja die Angst selbst das größte Monster in unserem reichen, geordneten Risikogebiet?* Alle Chat-Texte sind Originalzitate aus drei verschiedenen privaten Chatverläufen. (Quellen: taz, das Recherchekollektiv LSA Rechtsaußen und Kerstin Steeb)Länge: 70 minVon und mit: Kerstin Steeb & Team / Iolanthe: Lisa Florentine Schmalz / Heinrich: Ferdinand Keller / Röschen: Isabel Reinhard / Rudolf: Friedo Henken / Schildkröte: Felix Stachelhaus / Schlagwerk, Synthesizer und Elektronik: Felix Stachelhaus / Geige: Juditha Haeberlin / Geige: Mona Burger / Bratsche: Carrie Robinson / Cello: Lea Tessmann / Kontrabass: Kristin Kuldkepp / Horn: Sonja Engelhardt / Regie und Künstlerische Leitung: Kerstin Steeb / Musikalische Leitung, Arrangement und Komposition: Felix Stachelhaus / Kamera und Schnitt: Martin D'Costa / Szenen- und Kostümbild, Location Scouting: Hanne Lenze-Lauch / Produktion, Konzeptuelle Beratung und PR: Stückliesel / Drehbuch: Kerstin Steeb und Katja Meier / Illustration: Eleonore Roedel / Dramaturgie und Wissenschaftliche Begleitung: Katja Meier / Monologe Iolanthe: Ivana Sokola / Animation: Benjamin Jantzen / 2. Kamera: Jacob Hohf / Ton und Musikmischung: Patrick Dadaczynski / Maske und Ausstattungsassistenz: Johanna Winkler / Regieassistenz: Elli Neubert / Tonassistenz und Farbkorrektur: Judith Zastrow / Szenenfotos: Heike Blenk"Der Wald" ist eine Produktion von Kerstin Steeb in Kooperation mit dem LICHTHOF Theater.Gefördert durch:Behörde für Kultur und Medien Hamburg, Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Hamburgische Kulturstiftung, ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Bezirksamt Altona, Mariann-Steegmann-FoundationUnterstützt durch die Amadeu Antonio Stiftung, Boosey & Hawkes, Die Vielen, Zeigermann_Audio, Huckepack Umzüge, Wavecube, MotivBuero Hamburg, Revierförsterei KleckerwaldNachgespräche14. Juni um 20.15 Uhr | Nachgespräch via Zoom-KonferenzGäste: Ein*e Expert*in der Amadeu Antonio Stiftung und Dr. Imke Schmincke (Soziologin LMU München)Rechte Narrative und rechtes Gedankengut werden "salonfähig" in unserer Gesellschaft. Wie funktioniert diese Verschiebung des Sagbaren? Welche Anteile hat die Bürgerliche Mitte am Entstehen und Weiterbestehen von Rassismus, Antisemitismus und Antifeminismus?17. Juni um 20.15 Uhr | Nachgespräch via Zoom-KonferenzGäste: Cornelia Bartsch (Musikwissenschaftlerin) und Andreas Speit (Autor und Journalist)Im Gespräch mit unseren Gästen beleuchten wir die historische Seite von "Der Wald". Das Leben, die Musik und das Engagement der Komponistin Ethel Smyth sollen ebenso im Vordergrund stehen, wie auch die Entstehung rechter Erzählungen um 1900, die ihre Fortschreibung unter anderem in alternativen Milieus der Gegenwart erfahren.Die Gespräche sind kostenlos. Wenn ihr euch zur Teilnahme anmelden möchtet, schickt bitte eine E-Mail an lab@lichthof-theater.de

Hinweis: Bitte informieren Sie sich über den aktuellen Status dieser Veranstaltung sowie die geltenden Hygienevorschriften direkt auf der Webseite des Veranstalters.

Quelle

Lichthof Theater e.V.
Mendelssohnstraße 15
22761   Hamburg
Homepage:  www.lichthof-hamburg.de
Die Verantwortung für die sachliche Richtigkeit der Angaben liegt bei den Veranstaltern.
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