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DTSTAMP:20261024T163943Z
SUMMARY:Ausstellungseröffnung >>Hoda Tawakol: Falling Tide<< & Artist Talk
  mit der Künstlerin und Julia Grosse
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20261121T190000
DTEND;TZID=Europe/Berlin:20261121T220000
ORGANIZER;CN=M.bassy e.V.:MAILTO:no-reply@termine-regional.de
LOCATION:M.Bassy e.V.\, Schlüterstraße 80\, Hamburg (Bezirk Eimsbüttel)
GEO:53.57068;9.98646
DESCRIPTION:\nBitte reservieren via: reservation@m-bassy.org\n\n///\n\nWenn
  die Ebbe einsetzt\, zieht sich das Wasser zurück\, manchmal mit großer 
 Kraft und verschiebt oder reißt mit sich\, was nicht fest verankert ist. 
 Der zurückbleibende Boden ist nass und voller Spuren: Muscheln\, Steine\,
  Algen\, Löcher und Treibgut. Anwesenheit und Abwesenheit werden auf dems
 elben Grund sichtbar.\n\nAls die in Hamburg lebende\, ägyptisch-französi
 schen Künstlerin Hoda Tawakol 2022 die Wohnung ihrer verstorbenen Großmu
 tter in Kairo öffnete\, nachdem sie fünf Jahre lang unbewohnt gewesen wa
 r\, erinnerte sie der Ort an genau den Boden\, den die Ebbe zurücklässt:
  leer von seinem früheren Leben und doch voller Spuren. Angesichts der ü
 ber zwei Generationen angesammelten Gegenstände und der Unmöglichkeit\, 
 alles zu behalten\, nahmen Tawakol und ihr Bruder nur das mit nach Europa\
 , was sie tragen konnten. Ein Jahrhundert Familiengeschichte passte in zwe
 i Koffer. Die Räume von M.Bassy erinnern in mancher Hinsicht an die Kairo
 er Wohnung. Ihre abgenutzten Wände und die sichtbaren Schichten von Farbe
  und Putz vermitteln den Eindruck\, als hätte hier jemand gelebt und den 
 Ort wieder verlassen.\n\nIn ihrer Einzelausstellung >>Falling Tide<< bring
 t Tawakol Körper\, Objekte\, Landschaften und Erinnerungen als Spuren des
 sen\, was mitgenommen\, verwandelt oder zurückgelassen wurde zusammen. Ei
 ne 2\,5 Meter hohe hybride Göttinnenfigur mit muschelartigem Antlitz\, ge
 flochtenem Haar\, einem Flügel über der Schulter und mit Amuletten behan
 gen thront inmitten stofflich-malerischer Vegetationen. Der Palmenhain und
  die Sykomore (Maulbeerfeigenbaum) lassen einen sinnbildlichen Ort der Nah
 rung\, des Schutzes und des Lebens entstehen. Flankiert von einer textilen
  Wandskulptur\, >>Womb<<\, und muschelförmiger Keramikmasken verwandeln s
 ie die Räume bei M.Bassy in eine imaginierte Landschaft\, wo unterschiedl
 iche Orte und Zeiten\, Unbekanntes und Vertrautes\, nebeneinander auf dems
 elben Boden koexistieren und neue Formen annehmen.\n\nDie Ausstellung prä
 sentiert auch zwei jüngste Videoarbeiten der Künstlerin: Inspiriert von 
 den Erinnerungen an ihre "drei Mütter" - ihre Mutter Honey\, ihre Großmu
 tter Toutou und Hosneia\, die sich seit ihrer frühen Kindheit um sie küm
 merte - bewegt sich Tawakol in ihrem Video-Triptychon >>My Mothers<< zwisc
 hen Erinnern und Loslassen und ergründet Mutterschaft und das Weibliche i
 n ihrer überwältigenden Präsenz und der darunter liegenden Leere. Für 
 ihr neustes filmisches Werk >>Along the River<< stellt Tawakol Super-8-Fil
 mmaterial einer Familienreise durch Ägypten aus dem Jahr 1974 parallel zu
  Bildern\, die während der Auflösung der großmütterlichen Wohnung ents
 tanden: Möbel\, Briefe\, alte Schwarz-Weiß-Fotografien und persönliche 
 Gegenstände - manches eingepackt und bewahrt\, vieles zurückgelassen. Di
 e historischen Filmaufnahmen enden am Isis-Tempel auf Philae\, der damals 
 noch teilweise unter Wasser stand und kurz darauf abgebaut und versetzt we
 rden musste\, um ihn vor den Fluten zu schützen. Fast fünfzig Jahre lieg
 en zwischen den beiden Archiven\, die unterschiedliche Erfahrungen von Dis
 tanz\, Zugehörigkeit und Verlust zusammenbringen\n\n"Die Erfahrung der Di
 aspora hat etwas von den Gezeiten"\, schreibt Tawakol - eine wiederkehrend
 e Bewegung zwischen Orten\, Sprachen und Bindungen\, bei der neues hinzuko
 mmt\, anderes zurückbleibt oder mitgenommen wird.\n\n>>Falling Tide<< ver
 webt persönliche Fragmente der Familiengeschichte mit kollektiven kulture
 llen Mythen zu einer raumgreifenden Meditation über das\, was bleibt\, we
 nn sich das Wasser zurückzieht - und über die Bedeutung von Heimat und Z
 ugehörigkeit innerhalb der Diaspora.\n\n///\n\nLaufzeit: 22.11. - 20.12.2
 026\, Öffnungszeiten: Do - So\, 14 - 18 Uhr\n\n///\n\nHoda Tawakol ist ei
 ne bildende Künstlerin\, die in Hamburg lebt und arbeitet. In ihren Arbei
 ten setzt sie sich mit diasporischer Identität\, Geschlechterrollen\, Mat
 riarchat und dem Körper als Ort der Erinnerung und Transformation auseina
 nder. Sie wurde 1968 als Tochter ägyptischer Eltern in London geboren und
  wuchs in Frankfurt und Paris\, Frankreich auf. 1993 absolvierte sie ihren
  MBA in Internationalem Management an der EAP-ESCP in Paris\, Oxford und B
 erlin. Von 2006 bis 2011 studierte Tawakol an der Hochschule für Bildende
  Künste Hamburg (HFBK) bei Professor Andreas Slominski. Im Jahr 2010 erhi
 elt sie ein Leistungsstipendium des Hamburger Ministeriums für Wissenscha
 ft und Forschung. Im Jahr 2022 war sie Artist-in-Residence am Goethe-Insti
 tut in Marseille. Im Jahr 2024 erhielt sie ein Publikationsstipendium der 
 Stiftung Kunstfonds zur Unterstützung der Veröffentlichung ihrer ersten 
 Monografie >>Some Ties Linger On<< (Kerber Verlag). Hoda Tawakols Werke wu
 rden in zahlreichen Institutionen und Galerien in Deutschland ausgestellt\
 , darunter in der Schirn Kunsthalle Frankfurt\; im Georg-Kolbe-Museum in B
 erlin\; im Museum Gunzenhauser in Chemnitz\; im Weserburg Museum für mode
 rne Kunst in Bremen\; im Dortmunder Kunstverein\; im Kunstverein Hamburg\;
  im Kunsthaus Hamburg sowie in der Sfeir-Semler-Galerie in Hamburg und Bei
 rut\, Libanon. Intenational waren ihre Werke zudem im SAMOCA in Riad\; im 
 Mathaf: Arab Museum of Modern Art in Doha\, Katar\; in der Galerie Isabell
 e in Dubai\, VAE\; in der Villa Romana in Florenz\, Italien sowie im Museu
 m for Art in Wood in Philadelphia\; USA zu sehen. Ihre Werke befinden sich
  in zahlreichen Sammlungen\, darunter die Salama bint Hamdan Al Nahyan Fou
 ndation (SHF) in Abu Dhabi\, VAE\; die Sammlung der Dubai Culture & Arts A
 uthority\, VAE\; die iSelf Collection in London\, UK\; die Naila Collectio
 n\, Riad\, Saudi-Arabien\; die Progressive Art Collection in den USA\; Ope
 n Space Contemporary\, Istanbul\, Türkei und London\, UK\; die Haus N-Sam
 mlung\, Kiel\; die Sammlung des Weserburg-Museums\, Bremen\; sowie im öff
 entlichen Raum im Rahmen der Ernennung Chemnitz' zur Kulturhauptstadt Euro
 pas 2025.\n\nJulia Grosse ist Kunsthistorikerin und Mitbegründerin der in
 ternationalen Plattform Contemporary And (C&). Sie ist Dozentin am Institu
 t für Kunst im Kontext an der Universität der Künste in Berlin und Mitg
 lied im Hochschulrat an der Kunstakademie München. In der Rolle "Strategi
 sche und konzeptionelle Beratung und Entwicklung" ist Grosse am Berliner G
 ropius Bau tätig. Sie arbeitete als Kolumnistin und Kunstjournalistin in 
 London\, ist Autorin und Mitherausgeberin diverser Publikationen und wurde
  2020 (zusammen mit Yvette Mutumba) mit dem Preis >>European Cultural Mana
 ger of the Year<< ausgezeichnet. 2023 kuratierte sie an der Schirn Kunstha
 lle Frankfurt die erste große institutionelle Ausstellung von John Akomfr
 ah in Deutschland.\n\n///\n\nWir danken der Henry Moore Foundation henry-m
 oore.org\, der Liebelt-Stiftung\, Hamburg und der Behörde für Kultur und
  Medien\, Hamburg für ihre großzügige Förderung und Unterstützung des
  Ausstellungsprojektes.
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