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SUMMARY:>>Hoda Tawakol: Falling Tide<<
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ORGANIZER;CN=M.bassy e.V.:MAILTO:no-reply@termine-regional.de
LOCATION:M.Bassy e.V.\, Schlüterstraße 80\, Hamburg (Bezirk Eimsbüttel)
GEO:53.57068;9.98646
DESCRIPTION:\nWenn die Ebbe einsetzt\, zieht sich das Wasser zurück\, manc
 hmal mit großer Kraft und verschiebt oder reißt mit sich\, was nicht fes
 t verankert ist. Der zurückbleibende Boden ist nass und voller Spuren: Mu
 scheln\, Steine\, Algen\, Löcher und Treibgut. Anwesenheit und Abwesenhei
 t werden auf demselben Grund sichtbar.\n\nAls die in Hamburg lebende\, äg
 yptisch-französischen Künstlerin Hoda Tawakol 2022 die Wohnung ihrer ver
 storbenen Großmutter in Kairo öffnete\, nachdem sie fünf Jahre lang unb
 ewohnt gewesen war\, erinnerte sie der Ort an genau den Boden\, den die Eb
 be zurücklässt: leer von seinem früheren Leben und doch voller Spuren. 
 Angesichts der über zwei Generationen angesammelten Gegenstände und der 
 Unmöglichkeit\, alles zu behalten\, nahmen Tawakol und ihr Bruder nur das
  mit nach Europa\, was sie tragen konnten. Ein Jahrhundert Familiengeschic
 hte passte in zwei Koffer. Die Räume von M.Bassy erinnern in mancher Hins
 icht an die Kairoer Wohnung. Ihre abgenutzten Wände und die sichtbaren Sc
 hichten von Farbe und Putz vermitteln den Eindruck\, als hätte hier jeman
 d gelebt und den Ort wieder verlassen.\n\nIn ihrer Einzelausstellung >>Fal
 ling Tide<< bringt Tawakol Körper\, Objekte\, Landschaften und Erinnerung
 en als Spuren dessen\, was mitgenommen\, verwandelt oder zurückgelassen w
 urde zusammen. Eine 2\,5 Meter hohe hybride Göttinnenfigur mit muschelart
 igem Antlitz\, geflochtenem Haar\, einem Flügel über der Schulter und mi
 t Amuletten behangen thront inmitten stofflich-malerischer Vegetationen. D
 er Palmenhain und die Sykomore (Maulbeerfeigenbaum) lassen einen sinnbildl
 ichen Ort der Nahrung\, des Schutzes und des Lebens entstehen. Flankiert v
 on einer textilen Wandskulptur\, >>Womb<<\, und muschelförmiger Keramikma
 sken verwandeln sie die Räume bei M.Bassy in eine imaginierte Landschaft\
 , wo unterschiedliche Orte und Zeiten\, Unbekanntes und Vertrautes\, neben
 einander auf demselben Boden koexistieren und neue Formen annehmen.\n\nDie
  Ausstellung präsentiert auch zwei jüngste Videoarbeiten der Künstlerin
 : Inspiriert von den Erinnerungen an ihre "drei Mütter" - ihre Mutter Hon
 ey\, ihre Großmutter Toutou und Hosneia\, die sich seit ihrer frühen Kin
 dheit um sie kümmerte - bewegt sich Tawakol in ihrem Video-Triptychon >>M
 y Mothers<< zwischen Erinnern und Loslassen und ergründet Mutterschaft un
 d das Weibliche in ihrer überwältigenden Präsenz und der darunter liege
 nden Leere. Für ihr neustes filmisches Werk >>Along the River<< stellt Ta
 wakol Super-8-Filmmaterial einer Familienreise durch Ägypten aus dem Jahr
  1974 parallel zu Bildern\, die während der Auflösung der großmütterli
 chen Wohnung entstanden: Möbel\, Briefe\, alte Schwarz-Weiß-Fotografien 
 und persönliche Gegenstände - manches eingepackt und bewahrt\, vieles zu
 rückgelassen. Die historischen Filmaufnahmen enden am Isis-Tempel auf Phi
 lae\, der damals noch teilweise unter Wasser stand und kurz darauf abgebau
 t und versetzt werden musste\, um ihn vor den Fluten zu schützen. Fast f
 ünfzig Jahre liegen zwischen den beiden Archiven\, die unterschiedliche E
 rfahrungen von Distanz\, Zugehörigkeit und Verlust zusammenbringen\n\n"Di
 e Erfahrung der Diaspora hat etwas von den Gezeiten"\, schreibt Tawakol - 
 eine wiederkehrende Bewegung zwischen Orten\, Sprachen und Bindungen\, bei
  der neues hinzukommt\, anderes zurückbleibt oder mitgenommen wird.\n\n>>
 Falling Tide<< verwebt persönliche Fragmente der Familiengeschichte mit k
 ollektiven kulturellen Mythen zu einer raumgreifenden Meditation über das
 \, was bleibt\, wenn sich das Wasser zurückzieht - und über die Bedeutun
 g von Heimat und Zugehörigkeit innerhalb der Diaspora.\n\n///\n\nHoda Taw
 akol ist eine bildende Künstlerin\, die in Hamburg lebt und arbeitet. In 
 ihren Arbeiten setzt sie sich mit diasporischer Identität\, Geschlechterr
 ollen\, Matriarchat und dem Körper als Ort der Erinnerung und Transformat
 ion auseinander. Sie wurde 1968 als Tochter ägyptischer Eltern in London 
 geboren und wuchs in Frankfurt und Paris\, Frankreich auf. 1993 absolviert
 e sie ihren MBA in Internationalem Management an der EAP-ESCP in Paris\, O
 xford und Berlin. Von 2006 bis 2011 studierte Tawakol an der Hochschule f
 ür Bildende Künste Hamburg (HFBK) bei Professor Andreas Slominski. Im Ja
 hr 2010 erhielt sie ein Leistungsstipendium des Hamburger Ministeriums fü
 r Wissenschaft und Forschung. Im Jahr 2022 war sie Artist-in-Residence am 
 Goethe-Institut in Marseille. Im Jahr 2024 erhielt sie ein Publikationssti
 pendium der Stiftung Kunstfonds zur Unterstützung der Veröffentlichung i
 hrer ersten Monografie >>Some Ties Linger On<< (Kerber Verlag).\n\nHoda Ta
 wakols Werke wurden in zahlreichen Institutionen und Galerien in Deutschla
 nd ausgestellt\, darunter in der Schirn Kunsthalle Frankfurt\; im Georg-Ko
 lbe-Museum in Berlin\; im Museum Gunzenhauser in Chemnitz\; im Weserburg M
 useum für moderne Kunst in Bremen\; im Dortmunder Kunstverein\; im Kunstv
 erein Hamburg\; im Kunsthaus Hamburg sowie in der Sfeir-Semler-Galerie in 
 Hamburg und Beirut\, Libanon. Intenational waren ihre Werke zudem im SAMOC
 A in Riad\; im Mathaf: Arab Museum of Modern Art in Doha\, Katar\; in der 
 Galerie Isabelle in Dubai\, VAE\; in der Villa Romana in Florenz\, Italien
  sowie im Museum for Art in Wood in Philadelphia\; USA zu sehen. Ihre Werk
 e befinden sich in zahlreichen Sammlungen\, darunter die Salama bint Hamda
 n Al Nahyan Foundation (SHF) in Abu Dhabi\, VAE\; die Sammlung der Dubai C
 ulture & Arts Authority\, VAE\; die iSelf Collection in London\, UK\; die 
 Naila Collection\, Riad\, Saudi-Arabien\; die Progressive Art Collection i
 n den USA\; Open Space Contemporary\, Istanbul\, Türkei und London\, UK\;
  die Haus N-Sammlung\, Kiel\; die Sammlung des Weserburg-Museums\, Bremen\
 ; sowie im öffentlichen Raum im Rahmen der Ernennung Chemnitz' zur Kultur
 hauptstadt Europas 2025.\n\n///\n\nWir danken der Henry Moore Foundation h
 enry-moore.org\, der Liebelt-Stiftung\, Hamburg und der Behörde für Kult
 ur und Medien\, Hamburg für ihre großzügige Förderung und Unterstützu
 ng des Ausstellungsprojektes.
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