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SUMMARY:Sei still. Sieh mich an! - Die Botschaft alter Bäume
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LOCATION:Rathaus Bergedorf\, Wentorfer Straße 38\, Hamburg (Bergedorf)
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DESCRIPTION:\nAlte Bäume besitzen eine besondere\, ursprüngliche Ästheti
 k. Sie beherrschen den Ort\, an dem sie stehen\, beeindrucken uns durch ih
 re Gestalt\, ihr Alter und ihre Präsenz. In den Fotografien der Ausstellu
 ng werden diese Qualitäten eindringlich sichtbar. Wir sehen Porträts leb
 endiger Wesen.\n\nDoch diese Porträts wollen mehr als nur gefallen. Sie s
 ind eine Einladung\, innezuhalten\, genauer hinzusehen und über ihre Wirk
 ung auf uns nachzudenken. Denn die alten Bäume präsentieren nicht nur ih
 ren eigenen Charakter. Sie sind auch Projektionsflächen für unsere eigen
 en Erfahrungen. Sie stehen für Werden und Vergehen\, für Widerstand und 
 für Würde - auch im Verletzten und Vergänglichen. Und sie besitzen etwa
 s\, das uns oft fehlt: eine stille Autorität\, die Achtung und Ehrfurcht 
 erzeugt. Für Hermann Hesse waren alte Bäume heilig. In seinem Buch "Bäu
 me" lässt er sie zu uns sprechen:\n\n"Sei still. Sieh mich an!"\n\nEs loh
 nt sich\, dieser Aufforderung zu folgen. Wir erkennen eine Lebensform\, di
 e unserer eigenen so grundlegend fremd ist. Bäume sind an ihren Standort 
 gebunden. Sie sind verwurzelt\, können nicht ausweichen\, nicht fliehen\,
  sondern müssen unter gegebenen Bedingungen bestehen - oft über Jahrhund
 erte. Sie lassen unter sich nichts wachsen und zwingen so ihre Nachkommen 
 zur Wanderung. Sie streben nur danach\, ihre Form zu verwirklichen. Und na
 ch unseren Maßstäben besitzen sie weder Bewusstsein noch Intelligenz.\n\
 nWir Menschen verstehen uns gern als ihr Gegenteil: mobil\, intelligent\, 
 fürsorglich. Wir halten uns für überlegen - stärker als jeder Baum\, s
 tärker als jeder Wald. Aber aus unserer Stärke wurde Überheblichkeit. W
 ir erklärten uns selbst zur Krone der Schöpfung und führen Krieg gegen 
 die Natur. Dabei wissen wir doch längst\, dass wir von den Bäumen abhän
 gig sind\, nicht umgekehrt. Sie waren vor uns da\, und vieles spricht daf
 ür\, dass sie uns überdauern werden.\n\nDie Aufforderung "Sei still. Sie
 h mich an!" ist kein moralischer Zeigefinger. Sie ist nur die freundliche 
 Einladung\, einen alten Baum als Teil unserer Natur\, als Teil vom großen
  Ganzen zu betrachten. Als etwas\, dem wir mit Respekt und Aufmerksamkeit 
 begegnen können.
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