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Wann?
Sonntag, 27.09.2026
Wo genau?
Angela-Merici-Gymnasium, Trier
Kategorie:
Klassik
Quelle:
Nicolai Wagner
Die 20er Jahre sind musikalisch eine ungemein spannende Zeit – doch auch der Film erlebte in diesen Jahren eine erste Blüte. Zum Ende des Jahrzehnts begann der Tonfilm, den Stummfilm zu verdrängen, doch bis dahin waren Stummfilme mit Live-Begleitung eines Ensembles üblich. „L’horloge magique“ („Die Wunderuhr“) und „La forêt enchantee“ („Der Zauberwald“) von Wladyslaw Starewicz nehmen in der damaligen Filmproduktion eine Ausnahmestellung ein, da Starewicz zu den Pionieren des Puppen-Animationsfilms gehörte, insbesondere mit der hierfür verwendeten Stop-Motion-Technik.

Die beiden Filme zählen zu Starewiczs besten Werken und werden durch die Musik von Paul Dessau auf das Bild hin abgestimmt unterstützt.

Paul Dessau war im Übrigen von 1923-1925 Kapellmeister in Mainz, die arrangierte und rekonstruierte Fassung der Filmmusik (für Klarinette, Violine, Violoncello, Kontrabass, Akkordeon und Schlagzeug) stammt von dem im Mainz lebenden Komponisten und Arrangeur Bernd Thewes.

Zur Avantgarde gehörte auch Paul Hindemiths Kammermusik op. 24 Nr. 1 für zwölf Musiker. Das Stück mit seiner eigentümlichen Besetzung erlebte seine Uraufführung 1922 im zweiten Jahr der Donaueschinger Musiktage und provozierte einen Skandal, wonach Hindemith als „Bürgerschreck“ bezeichnet wurde.

Die Musik wurde vom Kritiker Heuß 1923 wie folgt beschrieben: „Es ist erreicht! Der modernen deutschen Musik ist es endlich gelungen, das heutige Leben dort zu fassen, wo es sich am frivolsten und gemeinsten austobt. Man steht seiner Musik gegenüber, wie sie zu denken, geschweige zu schreiben, noch nie ein deutscher Komponist von künstlerischer Haltung gewagt hat, einer Musik von einer Laszivität und Frivolität, die nur einem ganz besonders gearteten Komponisten möglich sein kann.“ Hindemiths Werk begeistert durch seine Motorik, die an Strawinsky erinnert, greift aber im letzten Satz auch auf einen Foxtrott zurück.

Denn die Tanzmusik prägte die 20er Jahre noch mehr als die avantgardistischen Experimente. Bohuslav Martinu hat einige davon in seinem Ballett „La revue de cuisine“ (1928) aufgenommen. Wie Starewicz hatte es Martinu in das pulsierende Paris verschlagen. Mit einer Prise Ironie versehen ließ Martinu im Ballett Topf, Deckel, Schneebesen, Scheuerlappen und Besen tanzen.

In der für dieses Projekt vorgesehenen „Jazzsuite“ hat Martinu das Ballett für den Konzertsaal adaptiert. Ähnlich wie Hindemith weist auch Martinu in der Sextett-Besetzung aus Violine, Violoncello, Klarinette, Fagott, Trompete und Klavier auf die späteren freien Instrumentationen in der neuen Musik voraus. Die Märsche, der Tango und der Charleston lassen die Tanzmusik der 20er Jahre in ein kunstvoller Weise auch heute noch im Konzertsaal erfahrbar werden.

Projektleitung und Idee: Achim Seyler & Kathrin Isabelle Klein

Ein Konzert im Rahmen des Kultursommers RLP 2026 in Zusammenarbeit mit dem Tuchfabrik Trier e. V. und 2eleven music film

Einlass: 18.30 Uhr
Stummfilm - Revue - Avantgarde
Quelle:
Nicolai Wagner

Quelle

Angela-Merici-Gymnasium
Neustraße 35
54290 Trier

Die Verantwortung für die sachliche Richtigkeit der Angaben liegt bei den Veranstaltern.
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